Zwischen Chaos und Phantasie

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Die Wirklichkeit blinzelte. 55%

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... oder so

"Ich glaube, dass Menschen ihre Meinung zunehmend durch ein "oder so" relativieren. ... oder so"

Ist es nicht so?
Mein Ethiklehrer - er ist toll - kam heute zwischendurch darauf zu sprechen, dass vorallem Schüler dazu neigen, etwas gesagtes in einem Atemzug zu relativieren. Durch zum Beispiel ein "halt" oder "oder so".
Kein wirklich interessantes Thema, aber ich überlege, ob das rein eventuell von einer bestimmten Rasse Lehrer beeinflusst sein kann. Sie sind oft streng und riechen auch so, haben eine komische Stimme und komische Macken, die sie im Unterricht oft zum Vorschein bringen, wie sie beispielsweise eine Art auf dem Pult zu sitzen und an ihrer Kette herumzuspielen haben, die auf Perversion und eine gewisse Naivität schliessen lassen. Und sie tragen komische Klamotten.
Diese Lehrer sind von sich dermassen überzeugt, dass sie ihren Blick vor einem möglichen Ausserhalb verschliessen. Sie reden oft stundenlang vor sich hin und kommst du ihnen in die Quere zum Beispiel durch eine Frage, kannst du dir sicher sein sie aus dem Konzept gebracht und ihren Zorn auf dich gelenkt zu haben. Dann kontern sie mit Fragen wie:
"Achja, dann magst du also den Unterricht weitermachen?"

Version 1
- "Aber ich wollte doch nur was fra ..."
"Ich habe dich etwas gefragt, also antworte!"
-"Aber ich habe Sie doch auch etwas gefragt ... "

Und dann funkeln sie dich so bitterböse an, dass du probierst etwas zu erwidern und keinen Mucks herausbekommst.

Version 2
- "Ich glaube kaum, dass ich die nötige Kompetenz dazu besitzen, die eben Sie besitzen, deeeeshalb wollte ich Sie - in ihrer masslosen Überlegenheit - bitten, mir - einem niederen Wesen, weit, weit unter Ihrem Niveau - eine kleine, unbedeutende Frage zu beantworten ..."
Und dann funkeln sie dich so bitterböse an, dass du einfach auf eine nie folgende Antwort wartest und sie mit dem Unterricht fortfahren lässt.

Und dann kommt es zweimal im Leben vor, dass sie tatsächlich eine Frage stellen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer netten Frage aus dem Geschichtsunterricht:
"Warum verzichtet Preußen nach Sieg des Krieges von 1866 auf Gebietsabtretung von Österreich?"

Antwort: "Ähm, ich glaube, Bismarck dachte, dass ähm, falls es Krieg geben würde, er dann Preußen äh Österreich sozusagen als Verbündete hätte ... "
FALSCH! Richtig wäre gewesen:
"Reichskanzler Otto von Bismarck wollte die Gunst Österreichs wahren, damit er von diesen im eventuellen Krieg mit Frankreich Unterstützung erhalten würde."

Ist aber auch verständlich, oder? Immerhin haben dieses Leute ein hoch ausgearbeitetes Konzept! Oh Gott und wie kannst du es auch wagen eine annähernd falsche Antwort zu geben. Wiedereinmal musst du zumindest mit einem bitterbösen Blick und einem (weiteren) Minus in der Epo rechnen. Wenn du richtig Pech hast, oder gar fragst, ob du mal schnell zur Toilette kannst ... sei dir des Todes gewiss.

Und da frage sich einer, warum Schüler manchmal Angst haben, etwas frei zusagen, Angst haben, zum Beispiel ihre eigene Meinung zu äußern, leise sprechen, unsicher werden, etc?
Aber bitte.

Charlie

PS: Kommentare sind sehr erwünscht. Hier und jetzt und da unten drunter!
PPS: Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig und vollkommen unbeabsichtigt.
31.10.06 15:28
 


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bisher 8 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Dekar / Website (31.10.06 15:49)
Es gibt einfach zu wenig Selbstvertrauen in den Menschen Geringes Selbstvertrauen ist ein Problem vieler junger Menschen, und deshalb relativieren sie wohl häufiger ihre Meinung.

(jetzt bin ich in Versuchung gekommen, noch ein "oder so" an meine Meinung zu hängen, das wäre so herrlich... unlustig gewesen )

lg dekar


Alex (31.10.06 17:16)
Dazu kann ich nur sagen - selbst bei totaler Unwissenheit immer daherreden als ob man das Thema über das man gerade redet selbst erfunden und studiert hat - oft wird das nichtmal mehr hinterfragt ... hat schon Vorteile einen gewissen Ruf zu genießen...

Wir haben dich alle lieb - und ich liebe dich sogar total

LG Lexi ^^


sweetyrocka / Website (31.10.06 20:53)
Tjo da kann ich nur sagen Lehrer sind auch nur Menschen.........vllt genauso unsicher wie manch ein Schüler.....nur das dumme ist das Lehrer ihre Unsicherheit falsch gebrauchen! Sie lassen den großen Macker raushängen um ihre Unsicherheit zu überspielen un machen die Schüler nur noch unsicherer^^
tjaa das Leben ist hart doch wir sind härter
lg Rebi


Kiya / Website (31.10.06 21:03)
Ich habe eher das Gefühl, dass es am Schüler und nicht am Lehrer liegt, dass so wenige Fragen gestellt werden. Meinen Erfahrungen nach ging jedes Mal ein Seufzen durch die Klasse/den Kurs, wenn ich eine Frage gestellt hatte. Das ging natürlich so weit, dass ich mir erst mehrere Male überlege, ob ich frage, bis ich frage, bis ich überhaupt nicht mehr frage. Seltsamerweise zeigt mir der Schulwechsel neue Seiten der Schüler auf, die zwar selbst im Durchschnitt nur geringfügig wissbegieriger sind als meine ehemaligen Kollegen, aber bei meinen Fragen nie sonderlich entnervt, ja sogar manchmal erfreut darüber zu sein.
Mein einziges Problem mit den Lehrern ist nur, dass sie mich oft einfach nicht verstehen. Zum Glück klären sich bei mir manche Fragen von selbst, wenn ich sie nur einmal laut gestellt habe.
Biologie ist für mich DAS Fach, in dem ich an jeden zweiten Satz ein "... oder so ähnlich" anfüge, da dabei immer die blöden chemischen Fachbegriffe aufauchen und ich mir nie sicher bin, ob ich gerade von Ionen oder Atomen spreche. Wenn ich dann Worte weglasse, ändert das auch nichts mehr daran, dass mir mein Exlehrer ja gerne 13 Punkte für die Mitarbeit geben würde, ich dafür aber noch stark an meiner Ausdrucksweise zu arbeiten hätte. Glücklicherweise spielt die Ausdrucksweise bei meiner neuen Lehrerin in der Notengebung keine Rolle, obwohl sie mich aber auch schon darauf hingewiesen hat, dass ich ein wenig an ihr arbeiten solle... oder so (hehehe! Ich weiß, es ist unlustig, ist aber so )


Gruß
Kiya


Charlie (1.11.06 11:24)
Dekar: Das sowieso. Und ich denke, dass solche Lehrer sowas sehr gerne unterstützen. Nicht wirklich bewusst, das ist klar, aber dadurch werden viele auch geprägt.

Alex: Klar, das kann zB ich manchmal recht gut. Allerdings gehe ich davon aus, dass ich weit mehr selbstbewusstes Auftreten an den Tag legen kann, als so manch anderer Schüler. In meiner Klasse ist das ja nicht so das Problem, wir sind mündlich alle sehr begabt, etc und trotzdem haben wir bei o.g. Lehrerin wirklich alle zuviel .. ja "Angst" gehabt etwas zu sagen oder gar den Mund zu weit aufzureissen ... das ist mal wieder individuell zu bewerten


Charlie (1.11.06 11:25)
sweetyrocka: Schon klar. Menschen sind sowieso etwas Schreckliches (mehr dazu findet man auch, bei aufmerksamem Lesen meines Blogs .. ). Und ich gehe davon aus, dass ich soviel Menschenkenntnis und auch Empathie besitze, als das ich beurteilen kann, wann etwas Unsicherheit ist, und wann etwas ein tatsächliches Festhängen in eigener Weltansicht ist, in der kleine dumme Schüler nichts zu sagen haben. Und die Frau muss man sich wirklich nur mal angucken und du kannst aus ihr lesen.

Kiya: Das ist was anderes. Das muss man wieder so und so sehen.
Das was du beschrieben hast kenne ich nur zu gut. Nicht unbedingt bei mir, aber vorallem bei einer Freundin von mir. Ich hab zwar auch das ein oder andere Mal das Gefühl, sie reizt es ein wenig aus, aber alles in allem sind ihre Fragen durchaus berechtigt. Vorallem in Mathematik. Wenn sie das Thema verstanden hat, hat sie oft weitere Ideen, Beispiele, etc oder einfach Sachen, die sie in diesem Kontext noch interessieren. Das sind dann oft kleinere Exkursionen, bei denen das eigentliche Problem ist, dass die meisten nicht folgen können. Klasse. Deshalb werden ihre Fragen eigentlich fast grundsätzlich mit irgendwelchen Seufzern quittiert.
Sie hat allerdings genug Selbstvertrauen und Wissen der eigenen Überlegenheit gegenüber der Klasse, dass sie munter weiterfragt.
Ich verstehe das bei dir aber auch sehr gut ... :S

Und ja: In Bio ist das "oder so" bei uns auch sehr beliebt


War wohl irgendwie zu lang um alles in einem zu schreiben? (Oder ich war wirklich zu doof die Buchstaben zu entziffern)


Alex (1.11.06 11:41)
*grinst*
Dazu von mir auch noch kurz ein Kommi:
Z.B. in Mathe kommen bei uns teilweise Fragen, die mich schon an jedweder Intelligenz zweifeln lassen (Jiiiiiill) - da könnte ich aus purer Verzweiflung meinen Mitschülern sonstwas antun... andersrum weiss ich wie meine Klasse aufstöhnt, wenn ich in Philo sonstwohin abdrifte was eh keiner mehr versteht... ist halt immer ein Hin und Her aus erdulden, ertragen und angekotzt sein ...

Ausserdem kenne ich das Gefühl sich nicht wirklich zu trauen konkret etwas zu äußern sehr gut - das Beispiel Biologie passt ausgesprochen gut ... oder als noch etwas anderes Beispiel: Englisch! Trotz meiner monatelangen Praxis findet diese /!$§=&-Lehrerin immernoch irgendwas "was man so eigentlich nicht sagt bzw. BESSER SO und NUR SO sagt" -.-"
Da bin ich allein schon so genervt dass ich kaum noch was sage obwohl ich rein vom sprechen her wahrscheinlich der Klassenbeste wäre ... *seuftzt*


caro / Website (2.11.06 17:00)
Ha... Konzepte? Lehrerschaft?

Mein alter Kunstlehrer meinte mal zu mir, das es ihm egal ist, ob wir etwas richtig oder falsch machen , hauptsache er geniesst es, uns leiden zu sehen.
Wer keine interessanten Fragen stellt, bekommt auch keine Antwort. Die beste Deutsch- und Geschichtsleherin, welche ich je gehabt habe hat den Unterricht sowas von geil gestaltet, da wurde man quasi anhand von ihren aggresiven Fragen schon dazu bewegt sich zu melden.
Im Endeffekt sind Lehrer arme Schweine, mein momentaner Englischlehrer ist ein Sadist(was er zugibt), dazu noch etwas rassistisch. Er könnte mir sympathisch sein, wenn er nicht gerade auf Kommunikation rumtrammpeln würde, wie auf Nachbars Katze.
Kleine(hehe) Ria, nimm die Lehrer nicht so hin, verpass ihnen in deiner wohlsortierten Sprachvielfalt gut ausgeklügelte Denkzettel und erfreu dich an deren Zerbrechen (;

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