Zwischen Chaos und Phantasie

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Die Wirklichkeit blinzelte. 55%

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Vater

Dieser Eintrag dreht sich nicht - wie man vielleicht erwarten könnte - um die geniale Vater Deluxe von Janus, hat aber, wenn man so will, in indirektester Art und Weise etwas damit zu tun.

Mein Vater. Im Sommer 2004 hat es angefangen. Nein, schon viel viel früher. Bei meiner Geburt wird es angefangen haben. Doch der erste zu nennende Punkt wäre wohl das Frühjahr im Jahre 1995. Im Allgemeinen verbinde ich damit den Tod meines Opas. Ich habe es damals nicht verstanden, aber darum geht es jetzt auch nicht. In dieser Zeit trennten sich nämlich auch meine Eltern. Meine Mutter zog aus, suchte eine kleine Wohnung, ließ mich und meinen damals 4-jährigen Bruder zurück. Zwischen meinen Eltern entbrannte ein loderndes Feuer an Streit, das auch in den nächsten Jahren nicht abflauen sollte. Jugendämter, Psychologen und Sozialarbeiter wurden eingeschaltet. Nicht zum letzten Mal.
Ein Gutachten wurde über meinen Bruder und mich erstellt. Die Bilanz war diese, dass mein Burder einen engeren Bezug zum Vater, ich hingegen einen ärgeren zur Mutter hatte. Allerdings sollten die Kinder unter keinen Umständen getrennt werden. Also wurden wir wohl zu meiner Mutter gegeben. Eine kleine Zweiraumwohnung in dem Dorf, in dem wir beide zum Kindergarten gingen. Zwischen den Eltern wurden wir hin- und hergescheucht. Letztendlich waren wir hilflos und verzweifelt - so weit man das damals so sagen konnte. Und wir wussten nicht, wo wir hingehörten. Das Jugendamt schaltete sich erneut ein. Regelungen wurden getroffen. Aber zufrieden war damit niemand so wirklich.
Ich war damals noch zu jung um das alles zu verstehen. Dann folgt eine Lücke in meinem Gedächtnis. Von etwa 1998 bis ca 2003 sind mir keine Erinnerungen in Bezug auf dieses geblieben.

Dann beginnt wieder alles. Das Bild verschwimmt und einige Bilder werden klar und verwischen im nächsten Augenblick. Ich finde mich im Hause meines Vaters wieder. Gepeinigt, gedemütigt, mit einem Teppichmesser in der Hand im kleinen Wintergarten, der an das Zimmer meiner Brüder angrenzt, zusammengekauert. Weinend. Der Film war klar definiert, doch auch er verschwimmt in der Erinnerung. Ein weiterer Kurzfilm.
Und schließlich ein hilfloses Kind, dass sich zwischen Frühling und Sommer 2005 eine Blutvergiftung zuzog. Überdosis.
Dieses Kind steckt voll von Angst, von Hass, auf sich selbst und unterbewusst auf so viele andere. Dieses Kind konnte nicht mehr. Zerfressen, zerbrochen.
Die rettende Hand gab nun eine Psychiatrie mitsamt einer Therapeutin, die das Kind vom Weg zurückzog. Isolation war eines der Dinge, die hierdurch ermöglicht wurden. Doch Hass und Angst vor der Person des Vaters manifestierten sich. Dafür konnte keiner etwas. Prozesse in dem Kind wollten es so.
Als man es Ende Oktober der Welt zurückgab hatte es sich vom Vater gedanklich getrennt. Immer von Zweifeln hin und hergerissen, die sich in ihm regten, die es allerdings nicht tatsächlich zuordnen konnte.
Eine Entscheidung im Herbst 2006 verlangte es mir ab meinen Vater wiederzutreffen. Widerspenstig - diese Natur habe ich wohl leider noch immer nicht vollständig abgelegt - traf ich auf ihn. Und meine negativen Gefühle, die ich mit ihm in engste Verbindung gebracht hatte, lösten sich auf. Dieses wurde weiter gefestigt, als ich einen Tag, eigentlich notgedrungen, mit ihm und meiner Mutter verbrachte. Nun war ich sogar mehr oder minder positiv ihm gegenüber eingestellt.
Der Bitte um eine Email war ich leider noch nicht nachgegangen, als er mich einige Zeit danach zum Essen einlud. Ein mulmiges Gefühl hatte ich dabei noch immer, doch das war kein Vergleich zu dem großartigen Gefühl, was sich danach in mir regte. Wir hatten lange und über vieles gesprochen. Träume und Wünsche, Vergangenes und Zukünftiges, Gott und die Welt.
Ich bin froh, dass alles so gekommen ist. Wenn ich so zurückblicke. Ich habe in meinem Vater einen Menschen, der mir im Denken und Fühlen sehr ähnlich ist. Der ähnliche Ideale und Ziele hat. Und der mir solange und beinahe verloren gegangen ist.
Ich weiss, dass ich, und ich weiss, dass er viele Fehler gemacht haben. Aber ich hoffe, dass ein neues Kapitel beginnt.
Danke Papa
2.12.06 14:58


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Amoklauf!

Die Tat in Emstetten, die in den letzten Tagen, Wochen durch die Medien kreiste, ist, obschon sie so fürchterlich und unerwartet kam, schon fast wieder vergessen. Vielleicht nicht bei den Opfern und den Ortsansässigen und den Schülern, aber in Medien und Köpfen anderer. Immerhin leben wir ja auch in einer der schnelllebigsten Welten.
Nunja, ich denke, dass die meisten Jugendlichen eine ähnliche Denkweise über dieses Thema haben. Für fast niemanden kam das so unerwartet und fast jeden nerven die sich fast automatisch anschließenden Diskussionen über Egoshooter. Warum? Wissen wir denn alle besser, was einen Menschen zu etwas derartigem bringt?
Ich denke schon.
Ich kann Bastian verstehen und ich konnte Robert verstehen. Wir leben in einer, um es mal so zu sagen, einfach miesen Gesellschaft. Angefangen bei Rente und Steuern, über Gesundheitsreformen landen wir schließlich bei der Bildung. Wer - ausgehend von Menschen, die sich nicht in vollständiger Ignoranz einen Dreck um alles scheren - kommt denn heute noch mit unserem Schulsystem klar? Lehrer sowie Schüler. So viele sind unzufrieden. Zu viele. Und trotzdem wird nirgendwo gehandelt.
Gefangen in diesem System gibt es für viele kein Entkommen. Ich sehe das. Täglich. Immerhin gehe ich zur Schule, habe Freunde, die auch anderswo zur Schule gehen.

Wenn man der Wikipedia glauben schenkt, finden sich die meisten bisher verzeichneten Amokläufe in Kanada, der USA und in Deutschland. Nur wenige davon sind vergleichbar mit den beiden oben genannten. Wie zum Beispiel das "Massaker" an der Columbine Higschool, was nahezu jedem ein Begriff sein sollte.
So etwas passiert und ich glaube, dass ebensolches immer wieder passieren wird. Denn ich glaube nicht, dass sich unser System verändern wird. Traurig. Ich würde gerne etwas daran ändern, und ich habe auch Ideen wie und ich glaube, ich bin nicht die Einzige.

Und nun noch einige Sätze zu mir, direkt zu diesem Thema:
Würde ich Amoklaufen? Vielleicht. Wäre mir mein Leben nicht so teuer. Hätte ich nicht einen zukünftigen Ehemann und das Gefühl in dieser Welt noch etwas verändern zu müssen.
Es gibt in meinen Augen so viele Menschen, die nichts als den Tod verdienen. Für die diese Kugel doch eigentlich noch zu wertvoll wäre.
Das vielleicht als die wesentlichen Punkte Amok zu laufen oder eben nicht.
Außerdem müsste ich dann meine gesamte Musik vom Computer schmeißen und nur den Soundtrack von DoReMi drauflassen und sowas wie Shakira oder was es da an perversem Zeug gibt, draufpacken. Britney Spears vielleicht noch. Die rufen ja auch zum Terror auf. Oder sind zumindest menschenverachtend.
Da stürzen sich die Medien natürlich wiedermal als erstes drauf.
Bastian hat immerhin Counter Strike gespielt. Oh mein Gott, da steht ja schonmal das Potenzial für einen Amoklauf. Weil ja alle Leute, die sowas spielen direkt gefährlich sind. Das sind rund wie viel Prozent der Deutschen oder zumindest der deutschen Jugendlichen?
Nun gut, dann geht es weiter über Musik. Aber klar, wenn jemand schon kein CS spielt, dann muss es ja schon fast an der Musik liegen. Robert hat Slipknot gehört? Ohja! Daran muss es liegen, menschenverachtende Musik, jaja, das wirds sein, das brachte ihm die Knarre und den Anstoß zum Amoklauf.
Das zusammenfassend noch einige Worte von Alex :
""Der Mann war ein Einzelgänger" - natürlich war er das! Was erwartet die Behörden/Medien? Isolation und Einsamkeit ist es, was zusätzlich zu negativen Leistungen zu absoluter Frustration führt. Aber warum war er ein Einzelgänger?
Es ist traurig, jetzt schon vorhersagen zu können, dass niemand daraus lernen wird, sondern man lieber wieder einen Sündenbock in der Musik, Videospielen oder Philosophien finden wird, anstatt über die eigentlich Probleme die soetwas verursachen nachzudenken. Was kann Musik dafür, dass sie gehört wird? Glaubt ihr, Musik verändert? Sind deutsche Schüler so dumm, naiv und manipulierbar? (Dann muss sich an unserem Schulsystem etwas ändern!) Ist es nicht vielleicht eher so, dass man sich die Musik sucht, die die eigenen Gedanken am passendsten trifft?
Bands wie Samsas Traum, Rammstein, oder auch die überraschend lyrischen Slipknot sagen doch ziemlich offen was schief läuft - warum sucht man dort die Schuld, anstatt dort die Lösung zu suchen?"

Nun gut, das wissen wir ja alles schon lange.
Charlie

Music: Weena Morloch - Stammheim [Kampf!]
Janus - Rorschach
Mood: Krank, bzw leicht kränklich, kalt und kopfschmerzig. Warte auf meinen Liebsten, aber sonst läuft doch alles.
4 Monate
5.12.06 14:12


Weihnachtsstress

... lässt nicht etwa keinen Raum für andere Gefühle, über die ich lange unzusammenhängende Einträge schreiben könnte, aber diese haben hier nichts zu suchen. Meiner Meinung nach. Oder besser: Meinem Gefühl nach.

Schon am nächsten Wochenende werden sich wieder Heuchler, Blasphemiker und Ignoranten in sogenannten Gotteshäusern versammeln um schwulen, pädophilen, perversen Priestern, Pfarrern und sonstigem Gesocks zum wiederholten Male zuzuhören, wenn sie auf langweiligste Weise die Bibel zitieren und von einem kleinen und überaus putzeligen Christuskind erzählen. Ich wette, es war häßlich, oder so.
Und was sagt uns das? Was sagt es uns wenn unsere lieben Assi-Nachbarn ihren Assi-ich-häng-mich-gleich-mit-meinem-Sack-auf Plastik-Weihnachtsmann unter den Balkon kleben und die pinken und blauen Lichterschläuche die Fenster zieren?
Richtig! Es ist mal wieder Zeit für Weihnachten.

Ich habe überlegt. Nein, ich kann Weihnachten nicht ausstehen. Ebensowenig wie Karneval oder Ostern oder so.
Ich bin Ästhet. Denke ich zumindest und das war es eigentlich bisher, weshalb ich derartiges billigte, sogar mochte.
Ich mochte die Stimmung, die roten Kugeln bei meinem Vater, die bemalten Holzkugeln bei meiner Oma, die kleine Glocke, die schellte, wenn es zur Bescherung kam. Ich liebte es, mir das Christkind als kleines Englein in einer Krippe vorzustellen, auch wenn ich früh genug realistisch genug war zu wissen, dass das nicht stimmte, aber es bereitete mir Freude.
Doch mittlerweile ... bereitet mir das Gerenne nach Geschenken nur noch Stress und die Menschheit, die mir ohnehin als eklig bekannt ist, erscheint mir noch abartiger. All das zerstört mein geliebtes Bild, an dem ich so gerne festhalten würde.

Nicht mal Schnee wird es noch geben.


Music: Janus - Rorschach
Mood: Dieses komische Gefühle, wenn übertriebene Gefühle abflauen.
16.12.06 23:00


Und doch weihnachtet es hier und dort.

Ich wünsch Euch allen, die ihr meinen Blog lest, ein frohes Weihnachtsfest und auch wenn ich glaube, dass es nicht leicht ist in dieser hektischen Zeit, wünsche ich eine besinnliche Zeit zum Jahresende hin, auf das wir uns im neuen Jahr wiedersehen/-lesen/-wasauchimmern.

Liebe Grüße
Charlie
24.12.06 18:10


Rolle Stein, rolle

Ein kleiner Stein liegt auf meinem Weg. Alleine kann ich ihn nicht bewegen. Aber ich komme auch nicht an ihm vorbei.
Es gibt Leute die könnten mir helfen. Müssen mir helfen. Müssen dagegen treten, damit ich endlich meinen Weg fortsetzen kann. Weil sonst muss ich hier bleiben. Oder sogar zurückgehen? Neinein. Zurück möchte ich nicht.
Vielleicht wird sich der Stein auch auflösen. Aber dann werde ich zurückgeschleudert. Der Stein explodiert. Er rollt nicht. Das bedeutet für mich, dass ich zurückgehen muss. Einen neuen Stein suchen muss.
Oder vielleicht werde ich irgendwann alt genug sein. Genug Kraft haben. Um den Stein eigenmächtig wegzurollen. Und dann endlich frei zu sein.

Wenn mir die Leute helfen, alle einmal gegen den Stein stossen, dann wird er rollen und den Weg für mich freigeben. Und ich werde in ein neues Gebiet kommen. Zwar werde ich alleine sein. Aber es gibt Herrausforderungen, die ich aufnehmen muss. Vielleicht finde ich Gefährten, die mich begleiten. Mir helfen.
Vielleicht bleibe ich auch allein. Ziehe weiter. Oder kehre zurück.


Music: Stillste Stund - Tausende von Welten
Mood: Im Stress? Sollte ich sein.
30.12.06 12:37





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